CLIPS ist entstanden aus der Idee, ein lösungsorientiertes Programm als Starthilfe für die ersten Schritten von gemeinschaftlichen Initiativen zu entwickeln, sowie existierende Gruppen zu unterstützen, effektiv und freudvoll arbeiten zu können. Das CLIPS Handbuch bietet einen Erklärungsrahmen dafür, was gemeinschaftliche Projekte brauchen.
Wir beschreiben hier ein Modell für Gemeinschaftsbildung, in dem wir die Essenz aus der Erfahrung verschiedener Netzwerke des Global Ecovillage Networks Europe analysiert haben. Das Modell wurde entworfen von dem internationalen CLIPS Team, bestehend aus Gemeinschaftsberater*innen aus neun verschiedenen europäischen Ländern. Angelehnt an dieses Handbuch gibt es Workshops, Beratungen und Trainings nach dem Model von CLIPS. Außerdem gibt es eine Online-Plattform mit weiteren Informationen, Links, Beispielen und noch mehr Werkzeugen/Instrumenten für Projekte und auch für Menschen, die in der Gemeinschaftsberatung tätig sind. Schaue dazu auf http://clips.gen-europe.org/.
CLIPS baut auf die Erlebnisse und Erfahrungen von bestehenden Ökodorfern und Gemeinschaften auf. Diese Einblicke wurden so ausgearbeitet, dass sie für jede Initiative, der ein gemeinschaftlicher Ansatz wichtig ist, anwendbar sind.
Was bedeutet „Gemeinschaft“? Wenn wir von Gemeinschaft oder gemeinschaftlich geführten Projekten sprechen, beziehen wir uns auf eine Gruppe von Menschen, die gemeinsame Weltsichten, Visionen oder Ziele teilen und nicht nur über die professionelle Arbeit und äußere Strukturen miteinander verbunden sind, sondern sich zusammengefunden haben, um gemeinsam einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Dies beinhaltet Ökodörfer, Lebensgemeinschaften, Co-Housing und Wohnprojekte, NGOs, Bürgerinitiativen, Kollektivbetriebe, Schulprojekte, Selbsthilfegruppen, Genossenschaften, Solidarische Landwirtschaftsinitiativen etc.
Eine Gemeinschaft zu gründen ist eine aufregende Zeit! Gründungsmitglieder haben eine bunte Vielfalt von Aufgaben und Möglichkeiten. Dazu gehört:
Die Idee entwickeln
An die Idee glauben
Menschen inspirieren
Die Vision der Gruppe formulieren und die Aufgabenbereiche abstecken
Dem Projekt angepasste Entscheidungsstrukturen entwickeln
Ein ökonomisches Modell entwickeln
Die richtige Inspiration und Führung für den gemeinsamen Weg wählen
Konflikte transparent lösen
Wenn es um Lebensgemeinschaften geht: Das Land und Häuser finden und dies und anderen gemeinsamen Besitz verwalten
Diese Liste von Aufgaben und Prozessen könnte noch viel länger sein, doch die wichtigste Aufgabe ist es, das Projekt in einer Art und Weise aufzubauen, dass die Menschen sich darin wohlfühlen und gerne in dem Projekt engagiert bleiben.
Erfolgreiche Projekte leben und entwickeln sich weiter, während ein Teil der Menschen geht und wieder andere hinzustoßen. In den meisten Projekten, die länger als eine Dekade gelebt haben, sind viele Menschen, die dachten dort ihren Platz gefunden zu haben, schlussendlich gegangen. Nicht alle gemeinschaftlichen Projekte sind passend für alle, egal wie interessant sie am Anfang scheinen. Oft bringt das gemeinschaftliche Zusammenleben oder -arbeiten mehr Herausforderungen als gedacht, es braucht mehr Anpassung, Transformation oder Vereinbarungen als anfangs erwartet oder als die jeweiligen Personen bereit sind zu geben. Doch genau darin liegt ein wichtige Aufgabe: Beim Starten und Gründen einer Initiative hat das Projekt eine gewisse Priorität gegenüber dem Individuum.
Was beinhaltet die Starthilfe? Für uns ist es ein unterstützender Prozess der eine Gruppe darin fördert, Spannungen zu mindern, Lösungen zu finden und vorhandenes Wissen und Methoden der Situation angemessen zu nutzen. Das ist der Aufgabenbereich eines CLIPS Moderators. Wie ein*e Geburtshelfer*in assistiert der / die Moderator*in die Gruppe während der Geburt ihres Projektes und schaut nach dem Projekt, während es sich weiter entwickelt. Wichtig ist, dass dieser Prozess Aufmerksamkeit und eine unterstützende Haltung braucht, aber nie besserwisserisch sein sollte – jede Gruppe entwickelt ihren eigenen Weg.
Wer sind wir? Die Autoren des CLIPS Handbuches sind alle [ältere und jüngere] Mitglieder des Global Ecovillage Network (GEN) aus neun unterschiedlichen europäischen Ländern. Die meisten von uns Leben in Ökodorfern und haben Erfahrung nicht nur im Aufbau ihres eigenen Projektes, sondern auch in der Begleitung fremder Projekte gesammelt. Gemeinsam haben wir einen Reichtum an Erfahrungen im Anwenden von gemeinschaftlichen Prinzipien in den unterschiedlichsten Projekten gesammelt und haben gemeinschaftliche Initiativen wachsen und zerbrechen gesehen. Vielleicht haben wir zu viele Projekte gesehen, die zerbrochen sind, wo so viel konstruktive Energie verloren gegangen ist und gute Ideen in den Sand gesetzt wurden. Unsere Antwort darauf ist CLIPS.
Wir sehen CLIPS als unseren Beitrag zu einem klaren, bewussten Wandel der Gesellschaft in Richtung steigender Verbindung, Zusammenarbeit und Gemeinschaft. Wir möchten dazu beitragen, dass sich alle Arten von gemeinschaftlichen Projekten, gemeinsamen ökonomischen Systemen entwickeln – von kleineren zu größeren, von lokalen zu globalen Systemen und Projekten. Die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man selbst zu einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft beitragen kann ist ein wichtiger Schritt in dieser Zeit. Wir hoffen, dass CLIPS einen Teil zu dieser wichtige Arbeit beitragen kann.